Mehr inhaltliche Breite
Wenn man männlich ist und nicht viel mit Krimis anfangen kann, kommt man offenbar für die Beschäftigten in der Abteilung für Fiktionales nicht vor. Man schaue sich in der Mediathek mal die Serien und Filme an, die keine Krimis sind: Fast alle sind aus der Schublade "Schnulz & Schmacht". Diese Frau wird von ihrem Kerl verlassen und muss allein ein Kind großziehen, jene Frau hat Karriere gemacht und sieht sich engstirnigen Männern gegenüber, denen sie es jetzt zeigen muss, jener Mann war ein Stinkstiefel und wurde von seiner Frau sitzengelassen, aber entdeckt seine Menschlichkeit, als er sich um ein behindertes Kind kümmert, und verliebt sich in die Babysitterin... Die Stories sind nahezu alle irgendwie diese überemotionalen, klischeehaften Plots, die vermutlich selbst den meisten Frauen viel zu schnulzig sein dürften. Gelegentlich gibt's mal mit Babylon Berlin, Charité und Oktoberfest ein paar bemühte Ausnahmen, aber am gesamten Output gemessen ist das einfach kaum was (und schlägt auch wieder alles in die gleiche Kerbe).