Verbrauchermagazine wissen vermeintlich alles besser

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Verbrauchermagazine wissen vermeintlich alles besser

Wissen/Ratgeber

Verbrauchermagazine berichten häufig über Fehler bei der Herstellung von Produkten, Qualitätsmängel, Mondpreise, soziale Verwerfungen, Betrügereien und vieles mehr.

Egal ob ich Äpfel kaufe, eine Tiefkühlpizza, eine Waschmaschine oder einen Panzer - irgendwie mache ich das als Kunde immer falsch.

Jedenfalls habe ich häufig den Eindruck, dass Ihre Verbrauchermagazine alles besser wissen. Und vielleicht will ich das als Kunde ja auch gar nicht alles so genau wissen. Denn es herrscht Marktwirtschaft. Ich kann mir doch als Kunde selber Gedanken darüber machen, was ich möchte und was nicht. Auch der oft getestete Geschmack von Produkten verschlingt viel Sendezeit. (Das würde ich einsparen, weil am Ende das Ergebnis immer lautet: jeder muss es selber wissen). Und weil das so ist, frage ich mich, wieso dann so viel getestet werden muss?

Immer ist irgend etwas. Aber die Menschen müssen sich ja von etwas ernähren und auch da wird immer etwas sein. Immer. Es geht gar nicht anders. Und wenn sich der Apfelpflücker die Hände nicht wäscht, dann kann man auch das kritisieren.

Ich will damit sagen, könnte man Tests und alles was so kommt, nicht besser vorab mit dem Publikum abstimmen und dann auch vielleicht Dinge testen, die gewünscht sind. Sonst muss man als wissbegieriger Zuschauer immer warten, bis das Wunschthema dran kommt.

Versuchen Sie damit die Welt zu einem besseren Ort zu machen oder ist es letztlich nur der gesetzliche Auftrag, Verbraucherberatung im Programm zu behandeln, weil es eine Vorgabe ist?

Als Beispiel nenne ich Ihnen eine Sendung, in der die Zuschauer die Wahl hatten, sich Fleischprodukte nach Haltungsform auszuwählen. Extra in einem Supermarkt deutlich gekennzeichnet. Das Ergebnis war, dass entgegen der vermeintlich "moralisch besser erhofften" öffentlichen Meinung, die Leute trotz der deutlichen Kennzeichnung zu dem herkömmlichen Fleisch gegriffen haben - wissend, die Tiere haben nicht die beste Haltungsform.

Auch das ist Alltag in Deutschland und auch nach der x-ten Sendung dazu, werden manche Menschen auch finanziell nicht in der Lage sein, das Konsumverhalten zu ändern.

Weniger belehrend würde ich mir hier öfter wünschen und vielleicht intelligenter testen und nicht welche Tiefkühlpizza besser ist.

Kommentare

Gespeichert von Briskeby am Mo., 31.05.2021 - 16:02

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Eine interessante Sichtweise. Meine Erfahrung ist, dass ich mir vielen Dingen gar nicht bewusst bin und nie darauf gekommen wäre, diese infrage zu stellen.

Enzyme im Brot habe ich für normal gehalten, weil man es gefühlt nur noch so bekommt. Dass es auch anders geht, zeigen mir Sendungen wie Marktcheck.

Verstehe ich schon. Nur demnach dürfte man ja fast gar nichts mehr kaufen, weil immer irgend etwas nicht stimmt. In der Lieferkette, die Rohstoffgewinnung, der CO2-Abdruck, die Verpackung, der Händler. Gefühlt ist ja die ganze Branche nicht gut. Ich finde das führt zu nichts. Aber da die ja keine Markennamen so nennen, wäre es ja leichter dem Verbraucher zu sagen, das oder das. Aber das machen die ja nicht. Die greifen Produkte heraus, vergleichen diese, holen Stellungnahmen ein und küren einen Sieger und fertig. Aber das hilft mir irgendwie nicht. Ich weiß dann immer was man nicht kaufen sollte aber nicht, was man kaufen sollte. Das wäre viel besser.

Zitat: "Nur demnach dürfte man ja fast gar nichts mehr kaufen, weil immer irgend etwas nicht stimmt. In der Lieferkette, die Rohstoffgewinnung, der CO2-Abdruck, die Verpackung, der Händler. Gefühlt ist ja die ganze Branche nicht gut. Ich finde das führt zu nichts."
 
 
Ah, darum geht's also. Darum schien es Briskeby nicht zu gehen, sondern mehr um das Hintergrundwissen, das einzelne Sendungen vermitteln (können). Das Thema Co² ist ein ganz anderes, aber selbstverständlich auch unheimlich wichtiges.

Ich will ja nur sagen, wenn man meckern will, findet man praktisch an jedem Produkt etwas, woran man sich aufhängen kann. Das finde ich nicht zielführend.
Mein Vorschlag wäre deshalb, dass diese Magazine sich vielleicht mit dafür einsetzen, wie man an den rechtlichen Grundlagen etwas verändern kann. Die Hersteller sind doch nicht blöd, sie nutzen den rechtlichen Rahmen eben geschickt aus. Der Normalbürger weiß davon nichts, und die Medienberichte decken sowas auf. Nur deshalb ändert sich an dieser Grundlage nichts. Es wäre mir lieber, man würde Lösungen aufzeigen, wie man tatsächlicherweise eine Verbesserung für die Kunden und Verbraucher hinkriegt. Nur leider reicht der Arm der Magazine dorhin nicht. Dann sinds wieder Arbeitsplätze die fallen usw.. Da kommt man doch nicht weiter. Es ist immer ein Rattenschwanz. Insofern entsteht immer wieder so eine Art geheuchelte Empörung und tatsächlich ändert es wenig. Nach 2 Wochen wird dann die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Der Mehrwert des Magazines ist es schon, auf Skandale aufmerksam zu machen. Nur eine Lösung im Sinne von Lösung erscheint mir damit nicht gegeben. Was soll ich denn jetzt als Verbraucher machen? Ich kaufs nicht mehr. Und dann? Dann kommt der nächste und machts gleich oder noch schlimmer oder wo. Da habe ich vielleicht persönlich eine andere Erwartungshaltung. Ich würde da bei Formulierungen im Gesetz anfangen, nur damit befasst sich leider niemand. Auch ich eher in geringem Maße. Das was uns hier gezeigt wird, ist aus meiner Einschätzung immer eine Konsequenz, die wir nicht lösen können. Und damit kommt man immer wieder in einen neuen Kreislauf.

Zitat: "Ich will ja nur sagen, wenn man meckern will, findet man praktisch an jedem Produkt etwas, woran man sich aufhängen kann. Das finde ich nicht zielführend." 
Ja, stimmt. Ein Beispiel: 
Zitat: "Verbrauchermagazine wissen vermeintlich alles besser" 
Beweisführung abgeschlossen. 
 
Um an rechtlichen Grundlagen etwas verändern zu können, muss man erst mal die Fakten kennen. 
Um ein Beispiel zu nennen: Klima ist nicht Wetter, aber Wetter ist Klima.  
Soll heißen: Das Wetter ist das, was wir täglich erleben, das Klima beeinflusst das Wetter, steht also "eine Instanz" darüber und wir "erleben" es nicht tagtäglich sichtbar, wie das Wetter. - Verstanden?
Eigentlich ganz einfach. 
 
Und so ist es auch mit den angesprochenen Enzymen in einem Brot. Um der ganzen Liste der im Brot enthaltenen Inhaltsstoffe einen Riegel vorschieben zu können, muss ich erst mal wissen, dass sie überhaupt drin sind und ob, bzw. was sie bewirken (können), also ob und wie lang sie aktiv sind. 
 
Und genau um das zu wissen und an den rechtlichen Grundlagen was verändern zu können sind die entsprechenden Wissenssendungen, bzw. auch Verbrauchermagazine, wichtig, finde ich. 
  

Oder um noch ein weiteres Beispiel zu nennen: 
Helme für Kinder oder Fahrräder. Oder (e-)PKWs. Egal! Ich könnte eigentlich egal was aufzählen. Jeder Ge- und Verbrauchsgegenstand zählt dazu. 
Ich bin, ehrlich gesagt, ganz froh, dass solche Dinge getestet werden und der Öffentlichkeit "kostenfrei" zugänglich gemacht werden, denn sonst müsste ich mir ein teures Heft mehrmals pro Jahr kaufen, nur um über ein bestimmtes Thema zu lesen.