Mehr Vielfalt und Transparenz bei der Musik im Mainstreamradio

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Mehr Vielfalt und Transparenz bei der Musik im Mainstreamradio

Kultur/Musik

Die Mainstreamradiosender in Deutschland, wie z.B. WDR2, SWR3, NDR2 usw. spielen tagsüber eine Heavyrotation aktueller Musik. Das ist nicht grundsätzlich verwerflich, aber es ist sehr intransparent, wie die Titel in diese Playlist kommen. Auffällig ist, dass insbesondere Künstler großer Musiklabels schon Wochen vor dem neuen Album oder Song viele PR-Termine bekommen, mit denen das kommende Projekt promotet wird. Wenn es dann soweit ist, werden deren Titel praktisch stündlich wiederholt. Warum ist das so? Der WDR, den ich gefragt habe, hat mir geantwortet, sie würden damit den Musikgeschmack der Mehrheit abbilden und regelmäßig Hörerinnen und Hörer nach ihren Präferenzen fragen. Ich habe daran Zweifel und vermute eher, dass große Musiklabels ihre finanzielle Macht nutzen, ihre Künstler zu platzieren. Ich kann damit falsch liegen, aber ich wünsche mir hier erheblich mehr Transparenz. Ein Indiz dafür, welche Titel sich die Hörerinnen und Hörer eigentlich wünschen, waren zuletzt die Top-100 des WDR. Was da lief, hatte nur wenig mit dem aktuellen Programm zu tun. Das ist natürlich auch ein Stück weit verständlich, dass sich hier die Songs durchsetzen, die man schon ein Leben lang kennt. Einige versprengte aktuelle Hits waren auch dabei. Aber nicht dabei waren zum Beispiel Songs von Künstlern wie Mark Forster oder Tim Bentzko - trotz permanenter Dauerrotation. Ich glaube einfach nicht, dass deren Songs (und es gibt noch ausreichend weitere Beispiele) nur deshalb so oft gespielt werden, weil es sich die Zuhörer wünschen. Also, bitte liebe öffentlich-rechtliche Musikredaktionen, macht öffentlich (!), wonach Ihr Euer Programm zusammenstellt! So wie es aktuell läuft, hat das einen sehr faden Beigeschmack.

Kommentare

Gespeichert von Harald am Mo., 31.05.2021 - 16:06

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Ich denke, die Chartplazierungen, auf die Singles bezogen, spielen eine große Rolle bei der Heavy Rotation. Allerdings sind die Käufer, gerade bei Singles, im Durchschnitt wesentlich jünger als die WDR 2 Hörer. Daraus ergibt sich die Diskrepanz zwischen Heavy Rotation und der kürzlich ausgestrahlten Top100.

Das mag sein. Aber mir geht es ja um Transparenz. Sind es wirklich die Chartplatzierungen? Und welche Charts sind das? Wie kommen die zustande und wer beeinflusst die? Streaming-Charts werden zum Beispiel massiv manipuliert (dazu gibt es entprechende Dokus). Abgesehen davon sollte die Musik doch zur Zielgruppe passen. Für Jüngere gibt es ja auch entsprechende Sender (1LIVE, DasDing ...).

Gespeichert von Daniel_Clemens am Do., 17.06.2021 - 10:28

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Ich habe eine etwas andere Meinung als der Themenstarter; ich finde die Heavy Rotation grundsätzlich verwerflich.
Ich finde es so schrecklich, dass ich bei fast jedem Radiosender des HR schon nach Sekunden erkenne, um welchen Sender es sich handelt, da je Sender nur ca. 20 Titel in Dauerschleife wiederholt werden. Mir hilft es da nicht weiter, wenn ich wüsste, wie die 20 Titel ermittelt werden. Ich will mehr Abwechselung hören, mehr Chance für neue/unbekannte Interpreten; kurz: Beim Computer den Stecker ziehen und Werner Reinke ans Mischpult!