Mehr Genre-Stoff, weniger Einheitsbrei
Die Wikipedia listet in der "Liste deutscher Kriminalfernsehserien" mehr als 100 (in Worten Einhundert) öffentlich-rechtliche Krimiserien auf, die aktuell produziert werden. Die Meisten davon sind dem Sub-Genre des Polizeikrimis zuzuordnen und laufen nach dem immer gleichen Schema ab: Erst passiert ein Mord, dann fahren zwei Polizist*innen so lange mit übergroßen deutschen Autos hin und her, bis ein*e Täter*in gefasst ist.
Wo sind die 100 Fantasy-Serien à la The Witcher oder Game of Thrones? Warum nicht mal eine Sci-Fi-Serie, die in einer dystopischen Zukunft angesiedelt ist? Wo bleibt der Horror? Und warum nicht mehr Krimi-Thriller, die die Handlung aus der Perspektive der Kriminellen zeigen? Viele Zuschauer*innen können sich schlecht bis gar nicht mit Polizeibeamten identifizieren oder interessieren sich schlicht nicht für Polizeiarbeit.
Dieses Problem des Genre-Mangels besteht genauso auch bei den deutschen Filmproduktionen. Soll der deutsche Film wieder zu der Qualität und dem Ideenreichtum zurück finden, die er vor der Nazizeit hatte, ist neben einer Reform der Filmförderung auch hier der ÖRR gefragt, da auch Kinofilme oft auf eine Verwertung im Fernsehen angewiesen sind.